Hilfe beim Entzug

Um die Entzugserscheinungen, wie Gereiztheit, heftiges Verlangen zu rauchen, Schlafstörungen, zu mildern und den Rückfall zu vermeiden, wird von der Medizinforschung weltweit heute empfohlen, sog. Nikotinersatzstoffe, d.h. reines Nikotin in Form von Pflastern oder Kaugummi während der ersten 4 bis 6 Wochen nach Rauchstopp zu verwenden. Die Dosis wird dabei allmählich reduziert, so dass man spätestens nach 6 Wochen frei von Nikotin ist und auch keine Entzugserscheinungen mehr hat.

Es gibt das medizinische Nikotin in Form von Pflastern (3 unterschiedliche Stärken) und Kaugummis (2 Stärken). Zu beziehen sind sie freiverkäuflich über die Apotheke oder das Internet.
Die Anwendung bei starken Rauchern erfolgt nach folgendem Schema:
Die ersten 4-6 Wochen = täglich 1 Pflaster größte Stärke,
die nächsten 2 Wochen = täglich 1 Pflaster mittlere Stärke,
die letzten 2 Wochen = täglich 1 Pflaster geringste Stärke.
Danach nichts mehr, außer bei kritischen Fällen weiter in der Dosis ausschleichend Nikotinkaugummis.

Ein Pflaster enthält Nikotin für 16 Stunden. Man klebt es morgens nach dem Aufstehen an eine trockene Hautstelle (Oberarm, Rumpf, Oberschenkel). Nach einer Stunde hat sich der Nikotinspiegel im Blut aufgebaut und hält bis zum Schlafengehen vor.
Die Wirkung ist natürlich nicht genau die einer Zigarette, bei welcher das Nikotin, infolge des Inhalierens, nach 7 Sekunden im Gehirn ankommt. Einen Kick wird man duch ein Pflaster nicht bekommen. Dies hat den großen Vorzug, dass der suchterzeugende Mechanismus damit unterbrochen wird.

Zusätzlich kann bei Verlangensattacken noch ein Kaugummi genommen werden.

Nikotinspiegel von Zigaretten / Pflaster
Unterschiedlich verlaufende Nikotinspiegel durch Zigarettenrauchen und Pflaster
Zeichnung nach einer Grafik aus dem "Nicorette"-Prospekt

Zu berücksichtigen ist auch, dass Nikotin ein Appetitzügler ist. So dass es beim Rauchstopp zu Gewichtszunahme kommen kann, wenn man sich nicht vorsieht. Auch hiergegen wirkt für die erste Zeit das medizinische Nikotin. Später wird man sich für etwa 1 Jahr lang vorsehen müssen, nicht übermäßig zu essen. Nach einem Jahr jedoch hat sich der Körper so weit umgestellt und normalisiert, dass man sich über Gewichtszunahme infolge des Wegfalls von Nikotin keine Sorgen mehr machen muss.

Ferner gibt es ein Medikament zur Behandlung von Depressionen: Zyban (Wirkstoff Bupropion) - das auch das Rauchverlangen mindert. Das Medikament ist rezeptpflichtig und sollte nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden, vorwiegend von Personen, die zu depressiven Verstimmungen neigen. Für diesen Personenkreis ist jedoch zu beachten, dass das Nikotin antidepressiv wirkt und eine entsprechende medikamentöse Unterstützung bei Rauchstopp vorteilhaft wäre.